Linde rettet Denkmal

In einem seltenen Ortstermin am Unterhainer Denkmal beschloss der Oberhainer Gemeinderat am frühen Abend des 31. Mai 2018 vor etwa einem Dutzend anwesender Unterhainer Bürger das Gefallenen-Denkmal an Ort und Stelle zu belassen.

Vorherige Pläne des Gemeinderates, das Denkmal auf den Friedhof zu verlegen, wurden damit vom Bürgermeister Egon Langguth noch vor Ort endgültig zu den Akten gelegt. Stattdessen bleibt das Denkmal an der Durchgangsstraße des Ortes, so wie es fast einhundert Jahre zuvor angelegt wurde.

Die Verlegung war offensichtlich ins Gespräch gekommen, weil die seit der Wende bestehende private Initiative zur Pflege des Denkmals aus Altersgründen zum Erliegen kam. Nachdem eine neue Generation ehrenamtlicher Pfleger sich bereit erklärte, die Gemeinde bei Ihren Pflichten zur Erhaltung und Pflege zu unterstützen war dieser Punkt ausgeräumt.

Eine ganz wesentliche Rolle bei den neuen Überlegungen des Gemeinderates spielte jedoch die Linde, die Krone und Wurzelwerk schützend über das Denkmal hält.

Die ortsbildprägende Linde mißt aktuell über 3 m im Umfang, woraus sich ein Alter von mindestens 140 Jahren ergibt. Damit ist sie nicht nur der letzte lebende Zeitzeuge der Aufstellung des Gefallenendenkmals sondern sie steht auch unter Naturschutz.

Wie man unschwer aus der Ausdehnung der Äste erkennen kann, wurzelt die Linde im gesamten Bereich des Gefallenendenkmals so daß eine Verlegung des Fundaments aus Findlingen ohne Beschädigung des Wurzelwerks schlicht unmöglich ist.

Im Ergebnis sichert die Linde nicht nur den Verbleib des Denkmals sondern sie lässt darauf hoffen, das auch Unterhain in Zukunft einen Eintrag in der Liste der Naturdenkmäler Thüringens erhält.

Auch ohne solchen Eintrag handelt es sich um einen der schönsten Flecken der Gemeinde der vorbeifahrende Ortsfremde immer wieder mal zu Rast und innerer Einkehr animiert - ganz so, wie es sich die Unterhainer wohl vorstellten, als sie 1922 das Denkmal errichteten.

Unterhain ist idyllischer Bestandteil der Gemeinde Oberhain auf den Höhen zwischen Rinnetal und Schwarzatal, in den Ausläufern des Thüringer Waldes.